2014

... und war schneller da als ihr ...


ich glaube nicht, dass der geschwindigkeit zu viel geopfert werden darf.


reisen im flugzeug, auf hochleistungsstrecken und autobahnen sind reiseeindrucksmörder. der weg wird x-beliebig, die bilder ewig gleich: lärmschutzwände, tunnels und grossraumkabinen.
anstatt von eindrücken und ausblicken unterhaltung per WLAN oder infotainment vom monitor, der zeiger auf der virtuellen landkarte wird interessanter als der blick aus dem fenster.

in diesem sinne - ach ja - ein freund hat kürzlich von einer firmenfeier erzählt, bei der kollegen den wert ihrer zeit zu unterstreichen suchten indem sie ihm ausgebreitet haben, dass sie von graz nach linz geflogen sind, worauf er nur erwiederte: ... und ich hab den 25er* genommen und war früher da als ihr!


' ... und ich hab den 25er genommen und war früher da als ihr!' ein herrlicher satz, finde ich! und er stimmt. es liegt auf der hand, dass mit wachsender geschwindigkeit lediglich die reisewege länger werden. die reisezeiten werden nicht kürzer.
dem pendler bringt eine umfahrung nichts. er wird in zukunft lediglich noch weiter pendeln müssen.
einen 'zeitgewinn' gibt es nicht.**

 



der preis der geschwindigkeit. irgendwo zwischen innsbruck und wörgl fehlt an der westbahn ein stück landschaft:

 

 

anfangen bei  ca 7.50min
tunneleinfahrt bei ca 8.30min
aufhören wann es beliebt, die fahrt ist lang genug!



 

 

*25er: Buslinie im Netz der Linz Linien

** zum Thema Zeitgewinn sei allen (!!) das wunderbare (Kinder-)Buch Momo, von Michael Ende, ans Herz gelegt!!!