20150912

Mühlviertel

Beweggründe 5 - Speichmühle

"Es geht nicht darum,

 

dass wir große Dinge tun,

 

sondern die kleinen Dinge

 

mit großer Liebe."

Wer's glaubt: ICH zitiere Mutter Teresa!

"Es geht um die Liebe zum Detail. Das Maß des Menschen bleibt immer gleich,

egal wie groß ein Projekt ist."

Auch nicht neu, aber von mir!

Der Regionalbusknoten Speichmühle, an der B126, wenige Kilometer nördlich von Linz, ist ein Paradebeispiel für ein misslungenes Verkehrsprojekt.

Die Verkehrsplanung schielt längst nach 'größeren' Lösungen ('park & ride - Lederfabrik' - ein gordischer Knoten), kommt damit aber nicht vom Fleck und verharrt tatenlos.

 

Der Straßenbau kümmert sich nur um die Belange des motorisierten 'Individualverkehrs' und schadet diesem selbst dabei:

Der Knoten Speichmühle im Haselgraben vereint das Höchstmaß an Risiko für den KFZ-Verkehr mit einem Mindestmaß an Sicherheit und Komfort für ÖV-NutzerInnen.

 

Negativ und schlecht müsste nicht sein, deshalb - und warum nicht? - Besseres für alle Beteiligten!

Bestehende Situation

Die bestehende Situation am Knoten Speichmühle, Linz/Haselgraben, B126, von Linz kommend.

Auf Grund der überaus ungünstigen Haltestellensituierung ist selbst der einfache Zustieg Richtung Bad Leonfelden problematisch, da die Haltestelle für BusfahrerInnen bei Tag schlecht, bei Nacht aber unmöglich einsehbar ist.

(leider lässt sich diese Situation fotografisch nicht darstellen)

 

Der Umstieg zu den Bussen Richtung Kirchschlag, Hellmonsödt, Reichenau, ... ist ungünstig, da die Busse den selben Bussteig im Gegenverkehr (!) benutzen müssen.

 

Das Halten ist zeitaufwändig, unkomfortabel und gefährlich, da die Busse mit 90° in den fließenden Verkehr einbinden müssen!

 

Es gibt keine sichere Querungsmöglichkeit, auch gibt es an diesem Umsteigeknoten (!) keinen Witterungsschutz für die Fahrgäste!

So verläuft der Umsteigeprozeß von Linz kommend zu den Bussen Richtung Kirchschlag, Hellmonsödt, Reichenau, ...

Vergrößern - ins Bild klicken!

Bestand - Phase 1

Der Bus von Kirchschlag kommend (grün) fährt in den Haltebereich ein um den Anschluss zu erwarten.

An dieser Stelle (->!) wurde bis dato noch nicht einmal ein Bussteig errichtet,

der Bussteig liegt gegenüber (H<-)!


Bestand - Phase 2

Von Linz kommend (orange) ist es den BuslenkerInnen auch bei Tag nicht möglich die Haltestelle (H) ordentlich einzusehen, da der Hang (?) die Sicht verdeckt.

Bei Nacht KÖNNEN wartende Fahrgäste nicht gesehen werden, da sich die Haltestelle ausserhalb des Scheinwerferkegels befindet und nicht einmal beleuchtet ist!


Bestand - Phase 3

Das Umsteigen ist für die Fahrgäste umständlich und beschwerlich: Die Fahrbahn muss vor oder hinter den Bussen gequert werden, Witterungsschutz gibt es keinen!


Bestand - Phase 4

Das Ausfahren Richtung Kirchschlag (grün) ist weitgehend unproblematisch, allerdings kann so die stadteinwärtsführende Haltestelle nicht bedient werden.

 

Die BusfahrerInnen wissen sehr wohl wie die sinnvollsten, vor allem sichersten Fahrtrouten funktionieren würden, auf Grund eklatanter Fehlplanungen sind sie aber gezwungen ungünstige, umständliche, ja bisweilen gefährliche Manöver auszuführen.


Bestand - Phase 5

Die Ausfahrt auf die Bundesstrasse Richtung Bad Leonfelden ist problematisch und gefährlich:

Auf Grund der Kreuzungsgeometrie müssen die Fahrzeuge im Winkel von fast 90 Grad in den fließenden Verkehr einbinden. (Auch im Winter bei Schnee und Matsch!)

 

Behinderungen des Nachfolgeverkehrs (!) sind auf Grund der hohen Verkehrsdichte und der (zulässigen) Höchstgeschwindigkeit von 100km/h kaum vermeidbar, im Gegenverkehr ist in diesem Bereich sogar das Überholen zulässig!


Konzept - Neu

Neu 1-3

Reorganisierte, neue Situation, Knoten Speichmühle, Linz/Haselgraben

Neu 1

Unverändert fährt der Bus von Kirchschlag kommend in den Haltebereich ein, um den Anschluss zu erwarten.


Neu 2

Die Haltebucht für die aus Linz kommenden Busse liegt parallel zur Bundesstraße und ist somit bei Tag und Nacht optimal einsehbar!

Die Fahrgäste können direkt Tür-zu-Tür auf einem Perron in den Anschlussbus umsteigen.

 

So bestehen optimale und sichere Umsteigemöglichkeiten bei Tag und Nacht!


Neu 3

Der Bus Richtung Kirchschlag (grün) fährt unverändert aus. Die Doppelstockbusse Richtung Bad Leonfelden können optimal in den fließenden Verkehr auf der B126 einbinden.

 

Umwege und gefährliche Abbiegemanöver entfallen!

 

Ein Gewinn an Sicherheit und Komfort für ALLE VerkehrsteilnehmerInnen!


Resumee

Ich will mit dieser sehr umfangreichen Erläuterung, mit meinen bescheidenen Mitteln, darstellen, dass für funktionierende Verkehrslösungen vor allem ganzheitliche Ansätze konsequent umgesetzt werden müssen.

Es ist nicht nur eine Frage der Mittel, sondern auch und in höchstem Maße, die Kompetenz und Bereitschaft ordentliche Lösungen herbeizuführen.

 

'Kleine Dinge mit großer Liebe!' sind die Säulen groß(artig)er Projekte!

 

Wir sehen aber täglich das Gegenteil und hören immer nur von Kosten.

Der dargestellte Streckenabschnitt wurde vor wenigen Jahren, punktgenau vor Landtagswahlen (!) von LR Hiesl und Konsorten 'feierlich' eröffnet.

Die B126 wurde einige Meter oberhalb dieser Stelle auf drei Fahrspuren erweitert. mit sehr viel Geld wurde sehr wenig geschaffen, vieles zerstört und gefährlicher gemacht - besonders für Autofahrende! Es wurde nicht auf das Maß des Menschen, auf das Maß des Lebens geachtet und es ist nur ein kleines Projekt im Gegensatz zu den wirklich großen, noch folgenschwereren Projekten.

 

Wie soll man den Verkehrsverantwortlichen vertrauen Riesenprojekte wie Westring, S10, Westspange, Ostumfahrung, Mattigtalschnellstraße, ... mit Maß und Ziel zur Sicherheit und zum Wohl von Mensch und Natur zu errichten, wenn sie nicht einmal Herz und Verstand aufbringen (wollen), einen so kleinen Busknoten einigermaßen sicher und funktional zu planen und zu gestalten?

Es geht hier nicht um Geld. - Die sinnlosen und teuren Projekte werden ohnehin realisiert! - Es geht um das Verstehen und das Wollen und die Bereitschaft für Menschen zu handeln!

 

Wir sollten diesen Leuten nicht mehr vertrauen als uns selbst!

Die einzigen ExpertInnen für unsere Belange sind wir selbst!

Wir leben von der großen Liebe zu den kleinen Dingen, denn sie sind es, die unser tägliches Leben besser, schöner, sicherer und lebenswerter machen!